Schweres Zugunglück der AKN
am Donnerstag, 29.09.1994 in Bad Bramstedt
Dank vielfältiger Hilfe kein "organisiertes
Chaos"!
Führungskräfte der Hilfleistungsorganisationen haben oft darüber
diskutiert; keiner hat den Einsatz gewünscht; jetzt ist er eingetreten:
Zusammenstoß zweier Doppeltriebwagenzüge der AKN Einsenbahn AG bei voller
Fahrt in Bad Bramstedt am 29. September 1994 gegen 15:24 Uhr mit einem
"Massenanfall von Verletzten"!
Die größte Rettungsaktion im Kreis Segeberg nach dem 2. Weltkrieg
nahm ihren Lauf.
Allgemeine Lage:
Bei der Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN) Eisenbahn AG handelt
es sich um eine über 100 Jahre alte, private Eisenbahnlinie. Das Streckennetz
zwischen Hamburg und Neumünster verläuft eingleisig. Die Zugführer müssen
auf den größeren Bahnhöfen den Gegenzug abwarten. Der Auftrag zur Weiterfahrt
wird dem Zugführer über Sprechfunk von der Zug-Leitstelle erteilt.
Der Rettungsdienst im Kreis Segeberg wird von hauptamtlichen Kräften des
Deutschen Roten Kreuzes wahrgenommen. Ehrenamtliche Helfer sind in den
Katastrophenschutz-Zügen des Sanitätsdienstes tätig.
Besondere Lage:
Am 29. September 1994, um 15:24 Uhr, ungefähr 500 m nördlich des
Bahnhofes Bad Bramstedt, prallen zwei Züge (Doppeltriebwagen) auf einem
Streckenabschnitt - in einer unübersichtlichen Kurve - der parallel zur Bimöhler
Straße (L 73) verläuft, zusammen. Jeder Triebwagen hatte zum Zeitpunkt des
Unglückes eine Geschwindigkeit von etwa 60 km/h. Die Fahrer können sich erst
unmittelbar vor dem Zusammenprall gesehen haben. Zwischen Straße und Schiene
liegen 2 Einfamilienhäuser. Der Bahndamm hinter den Häusern steigt senkrecht
auf 2,30 m an. Die Entfernung zwischen Straße und Bahndamm beträgt 30 Meter.
Die Zufahrt (Gehwegplatten) zu den Häusern ist 3 m breit und lediglich für
Pkw-Belastungen ausgelegt.
Einsatzablauf
...der Feuerwehr:
Um 15:25 Uhr wird über Funkmeldeempfänger Alarm 1, Schleife
800 (Großalarm), für die FF Bad Bramstedt mit der Durchsage: "Zugunglück
Bimöhler Straße 76" ausgelöst.
Diese Durchsage führt zu der Annahme, daß es sich um einen der "üblichen"
Unfälle der AKN handelt, wie Zusammenstoß mit einem Pkw an unbeschrankten Bahnübergängen
oder ähnlichem.
Das erste Einsatzfahrzeug der Bramstedter Wehr. der RW 2, rückt um
15:28 Uhr aus und ist um 15:33 Uhr am Einsatzort. Der Gruppenführer des Rüstwagen
erkundet.
Um 15:34 Uhr trifft das TLF 16/25 am Einsatzort ein. Es folgen im Minutenabstand
ELW 1, LF 16-TS, LF 8/6 und MTF ein. Die örtliche Polizei sowie der in Bad
Bramstedt stationierte RTW sind bereits vor Ort.
Der Gruppenführer des TLF 16/25 erkennt sofort die Lage und meldet ohne
Erkundung noch vor dem Absitzen an die Rettungsleitstelle Segeberg: "
Zusammenstoß zweier Triebwagen der AKN. Große, nicht schätzbare Anzahl von
Schwer- und Leichtverletzten. Vermutlich auch Tote. Brauchen zusätzliches
schweres Rettungsgerät. Alarmierung der FF Kaltenkirchen (Großalarm)".
15:58 Uhr an die Leitstelle: "Ansprechpartner ab sofort Florian
Segeberg 70/11" (ELW 1 Bad Bramstedt)
Nach eingehender Erkundung durch den Einsatzleiter der Feuerwehr ergeben sich
folgende Einsatzschwerpunkte:
- Rettung der Verletzten und Bergung der Toten durch die Feuerwehr
- Versorgung der Verletzten vor Ort und Abtransport durch den Rettungsdienst
- Aufbau einer gemeinsamen Einsatzleitung
- Übergabe der Aufgaben der Bramstedter Wehr im Stadtgebiet und auf der
Bundesautobahn (A 7) an die 14 Wehren des Amtes Bad Bramstedt-Land.
Folgende Probleme waren zu erwarten:
- Überlastung der Funk- und Fernmeldeverbindungen
- "organisiertes Chaos" bei der Verletztenversorgung aufgrund der zu
erwartenden Rettungsdienste "aus allen Himmelsrichtungen",
(Schleswig-Holstein und Hamburg) die sich zuvor noch nie gesehen hatten.
Um 15:56 Uhr trifft die FF Kaltenkirchen mit RW 2, TLF 16/25, LF 16,
LF 16-TS, DLK 23-12, GW-G, ELW 1 und ELW 2 (Kat.-Schutz) ein. Um 15:57 ist eine
gemeinsame Einsatzleitung aller Fachdienste in Zusammenarbeit mit dem ELW 2
(Kaltenkirchen) aufgebaut.
Der ELW 1 der FF Bad Bramstedt wird taktisch ungünstig, aber bewußt
auf der Zufahrt zu den Einfamilienhäusern stationiert. So ist es möglich, alle
geretteten Personen, die den Einsatzort verlassen, schriftlich zu erfassen.
Insgesamt werden so über 70 Fahrgäste registriert. Wer in dieser Liste steht,
hat den Zug lebend verlassen. Diese Liste ist später eine große Hilfe für die
Polizei, da es die einzige offizielle Dokumentation über die Anzahl der
Zuginsassen (bei Anfragen von Angehörigen) und Art der Verletzungen ist.
Die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr beginnen unverzüglich mit dem Retten
der Fahrgäste. Leicht verstörte Jugendliche haben gewaltsam die verbogen Türen
ein wenig geöffnet, sind hinausgesprungen und haben sich vorbildlich an der
Rettung der Verletzten beteiligt. Sie werden von der Feuerwehr aufgefordert, den
Einsatzort nicht zu verlassen (Dokumentation) und auf die Weisung des
Rettungsdienstpersonals zu warten.
Bedingt durch die steile Böschung dringen die Feuerwehrmänner über Leitern in
die Züge ein. Die Fahrgäste sitzen oder liegen auf dem Boden unter und
zwischen abgerissenen Sitzbänken. Viele von Ihnen sind apatisch, (schockig)
blutend, mehr oder weniger verletzt. Zügig, aber behutsam, mittels
Krankentragen oder auch nur gestützt durch Retter, werden die Passagiere (über
Leitern) aus dem Zug geholt und abseits des Bahndammes geschlossen auf einem
Rasenplatz abgelegt. Hier beginnt nun die Erstversorgung unter freiem Himmel
durch Ärzte und Rettungsassistenten bzw. Rettungssanitäter.
Die Doppeltriebwagen sind um 16:18 Uhr von Verletzten geräumt, die Befreiung
von eingeklemmten Fahrgästen wird fortgesetzt.
16:35 Uhr; die BF Berufsfeuerwehr) Hamburg trifft mit einem kompletten Löschzug
(Wache 13, Hamburg-Osdorf) am Einsatzort ein. Die Rettungsleitstelle Segeberg
hat bei der BF Hamburg Sanitätsfahrzeuge und Personal angefordert. Die FEZ
(Feuerwehr Einsatz Zentrale) der BF Hamburg bot zusätzlich einen Löschzug an.
Ohne Wissen der Einsatzleitung vor Ort, hat die Leitstelle den Abmarsch
angeordnet. Nun waren die Kameraden aus Hamburg da und herzlich willkommen, denn
jede Hand wurde bei der reichlich vorhandenen Arbeit gebraucht. Nach kurzer
gemeinsamer Beratung - Einsatzleitung und Abschnittsleiter Bergung, dem Wehrführer
Kaltenkirchen - fällt der Entschluß: Die Wehren Bad Bramstedt und
Kaltenkirchen dringen weiter von außen in das Metallknäuel ein, die BF Hamburg
arbeitet sich aus dem Inneren des Bramstedter Zuges vor.
Beide Führerstände der Züge haben sich beim Zusammenprall aufgebäut. Hierbei
hat sich einer auf den anderen geschoben, zusätzlich sind beide Triebwagen
ineinander verkeilt. Dadurch hat sich hinter beiden Fahrerständen eine aus
VA-Stahl bestehende Quetschfalte gebildet, welche nur äußerst schwer zu
durchdringen ist. Die Achskörper (Drehgestelle) sind teilweise herausgerissen
und liegen übereinander. Ein Zug steht (entgleist) um ca. 30 cm in Richtung der
Einfamilienhäuser versetzt; von der Gefahr eines Umstürzens wird aber nicht
ausgegangen. Die bei der Herstellung der Triebwagen verwendeten Formprofile
aller Art und der wiederstandsfähige, zähe Stahl (VA-Stahl) machen die
Verwendung von Trennschleifern und hydraulischen Spreitzern notwendig.
Das Eindringen der Rettungskräfte vom unbeschädigtem Dach her bringt nur
geringe Erfolge, da die erwähnte Quetschfalte dahinter liegt. Weiter vorn ist
das Dach ziehharmonikaförmig gefaltet, ein Öffnen zum Eindringen ist hier
wenig sinnvoll. Die Befreiung Eingeklemmter und die Bergung der Toten geht
infolgedessen nur äußerst langsam voran. Jede einzelne Maßnahme muß genau überlegt
und mit mit ruhiger Hand durchgeführt werden. Der um 17:13 Uhr nachalarmierte Löschzug
der FF Norderstedt (Wache 2, Garstedt) trifft ein und wird dem Abschnittsleiter
Bergung unterstellt. Die Kräfte können sich jetzt ablösen.
Gegen 19:00 Uhr wird der letzte eingeklemmte Fahrgast lebend gerettet. Seine
Rettung dauert weit über 3 Stunden. Mit der Hand sitzt er in einem Hohlraum im
Seitenteil des Fahrgastraumes fest. Bevor Metallschneidgeräte zum Einsatz
kommen können, wird mit einer Stichsäge die Holzverkleidung aufgesägt.
Zerbrochene Sitzbänke halten den Oberkörper im Blechknäuel umschlungen, die
Beine sind einzeln eingeklemmt. Die eingeklemmten Gliedmaßen (Beine und Füße)
mußten "freigepuhlt" werden. Die Arbeiten müssen ständig
unterbrochen werden, damit die ärztliche Versorgung (lebenserhaltende Maßnahmen)
sichergestellt werden kann. Der Abtransport erfolgt mit einem der
Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Hamburg.
Der letzte Tote wird gegen 20:30 Uhr geborgen. Nach dessen Identifizierung un
dem geschlossenen Abtransport der Toten in die Gerichtsmedizin wird die
Einsatzstelle von der Kriminalpolizei freigegeben. Die Unglücksstelle wird
anschließend von der AKN übernommen. Nach menschlichem Ermessen können keine
weiteren Personen im verunglückten Zug mehr sein. Dieses bestätigt sich auch
später nach der Trennung der beiden Züge.
Alle Feuerwehren rücken nacheinander ab. Die Freiwillige Feuerwehr Bad
Bramstedt bleibt vor Ort, um bei den weiteren Bergungsmaßnahmen, sowie
Herstellung einer provisorischen Abschleppmöglichkeit bzw. Sicherstellung des
Brandschutzes, Hilfestellung zu leisten.
Gegen 06:00 Uhr am 30. September werden die beiden ineinander verkeilten Züge,
teilweise auf Hilfdrehgestellen, in den Bahnhof Bad Bramstedt geschleppt.
...des Rettungsdienstes::
Nach Erkundung der Lage sucht und findet der Einsatzleiter der
Feuerwehr unter den bereits anwesenden Rettungsassistenten einen Wachleiter des
DRK, der bereit ist, im ELW 1 der Bramstedter Feuerwehr den sanitätsdienstlichen
Bereich zu übernehmen. Ihm wird ein Arbeitsplatz im Bramstedter im ELW 1 mit
einem Funkgerät im 4 m-Band zugewiesen. Die gemeinsame Einsatzleitung (GEO) hat
damit die Arbeit aufgenommen. Dieser "Organisationleiter
Rettungsdienst" teilt einen weiteren anwesenden Wachleiter für die
Organisation und Aufsicht auf der Verletztensammelstelle ein. Die jetzt zügig
eintreffenden Rettungswagen aus den verschiedenen Landkreisen
Schleswig-Holsteins und Hamburg haben sich bei der Rettungsleitstelle Segeberg
gemeldet. Aufgrund der überlasteten Sprechfunkverbindungen der Einsatzleitung
vor Ort ist deren Eintreffen mit Uhrzeiten und Anzahl nur in wenigen Fällen
vorher bekannt. Sie melden sich auch nicht bei der Einsatzleitung an, sondern
laufen sofort die Verletztensammelstelle an. Den Ärzten gelingt es hier jedoch
relativ schnell, eine Einteilung in Leicht-, Mittel- und Schwerverletzte
vorzunehmen. Die Zusammenarbeit auf engstem Raum und unter freiem Himmel ist
gut. Der "Leitende Notarzt" trifft erst erheblich später ein. Er ist
von der Aufsichtsbehörde auch noch nicht angefordert worden.
Die Zahl der Leichtverletzten an der Einsatzstelle verringert sich schlagartig
durch die Verlegung in eine Scheune in 80 m Entfernung. Die Versorgung geschieht
unter anderem durch die ansässigen städtischen Hausärzte. Zehn Verletzte
werden zum Röntgen usw. zur Rheumaklinik in Bad Bramstedt gebracht.
Gleichzeitig läuft der Abtransport der Verletzten in die Krankenhäuser. Für
die Mittel- und Schwerverletzten legen die Ärzte gleich die Fachkliniken für
eine Weiterbehandlung fest. Nachdem von der Einsatzleitung vor Ort über die
Rettungsleitstelle in geeigneten Kliniken Platz gefunden war, erfolgte der
Abtransport - je nach Art der Verletzung - mit Hubschrauber, Notarzt- bzw.
Rettungswagen. So wurden die Kliniken in Neumünster, Pinneberg, Hamburg,
Itzehoe, Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg, Brunsbüttel, Kiel, Bad Segeberg,
sowie für die ambulante Behandlung die Rheumaklinik und die Pyschosomatische
Klinik, beide in Bad Bramstedt, angefahren bzw. angeflogen.
Um 19:15 Uhr befindet sich kein Verletzter mehr an der Unglücksstelle. Zwei RTW
und ein Arzt bleiben für die weiteren Bergungsarbeiten vor Ort in Bereitschaft.
Rettung und Befreiung der Verletzten, sowie Bergung der Toten
Insgesamt werden 80 Verletzte (über 20 davon Schwer- und 60 Mittel- und
Leichtverletzte) gerettet und versorgt.
Für 6 Fahrgäste kommt jede Hilfe zu spät.
Die Gesamteinsatzdauer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bramstedt beträgt über
28 Stunden, (mit kleinen Unterbrechungen) von Donnerstag, 29. September bis
Samstag, 01. Oktober 1994.
Eingesetzte Kräfte:
Feuerwehr:
130 Feuerwehrmänner der FF Bad Bramstedt, Kaltenkirchen,
Norderstedt und der Befursfeuerwehr Hamburg mit insgesamt 21 Einsatzfahrzeugen.
Rettungsdienst:
20 Ärzte, 140 Rettungsassistenten, einschließlich der SEG des
DRK's, Bundesgrenzschutz, Bundeswehr und Helfer anderer Organisationen mit: 5
Rettungshubschraubern (RTH), 40 Rettungstransportwagen (RTW), 5
Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF), 2 Notarztwagen (NAW) und 1 Großraumrettungswagen
(GRTW) der BF Hamburg.
Technisches Hilfswerk:
25 Helfer mit mehreren Großfahrzeugen und Spezialgerät
Polizei:
ca. 100 Beamte
Schlußfolgerung:
- Gute Wetterbedingungen erleichtern die arbeiten vor Ort und ermöglichen
einen umfangreichen Hubschraubereinsatz.
- Die unverzügliche weiträumige und konsequente Absperrung des
Einsatzraumes durch die Polizei verhindert einen
"Katastrophentourismus" zur Unglücksstelle und eine mögliche
Behinderung der Einsatzkräfte.
- Die überschaubare Ausdehnung des Schadensereignisses innerhalb
einer Stadt mit guter Infrastruktur begünstigte eine schnelle Hilfeleistung.
- Das schnelle Eintreffen von Rettungskräften der Sanitätsdienste
aus den Nachbarkreisen und dem eigenen Kreis wurde begünstigt durch den Abschluß
der Tagesarbeit kurz vor Feierabend (Schichtwechsel). Dadurch standen mehr
Rettungskräfte als üblich zur Verfügung.
- Eine große Zahl alarmierter und eingetroffener Rettungsfahrzeuge
wurden nicht mehr benötigt.
- Alle eintreffenden Rettungsfahrzeuge fuhren bis zur Unglücksstelle
vor. Dabei war die Zufahrtstraße beidseitig durch Einsatzfahrzeuge zugeparkt.
Das Einrichten von Abrufräumen wäre die richtige Lösung gewesen.
- Die Verteilung der Schwerverletzten durch die Einsatzleitung
erfolgte auf Anweisung der Rettungsleitstelle (RLST) so, daß möglichst nur ein
Schwerverletzter in ein Schwerpunkt-Krankenhaus kam. Danach begann erst eine
Verlegung der Leichtverletzten. So konnte eine Blockierung der Krankenhäuser zu
Lasten der Schwerverletzten verhindert werden.
- Nach der Anfangsalarmierung wurde durch zahlreiche Telefonate (13
Telefonleitungen !) bei gleichzeitigem und umfangreichen Sprechfunkbetrieb auf 4
Kanälen (4 m) eine optimale Alarmierung der Einsatzkräfte unmöglich gemacht.
Von den über 600 geführten Telefongesprächen fielen 100 Telefonate allein in
den ersten 20 Minuten an, die durch 2 Disponenten und dem Leiter des
Rettungsdienstes abgewickelt wurden.
- Die Führungskräfte aller Organisationen haben gut zusammen
gearbeitet, es gab keinerlei Probleme. Die Verlegung eines komplett ausgerüsteten
Führungsfahrzeuges des Rettungsdienstes in Verbindung mit einer personell
aufgestockten Führungsgruppe des DRK als Einsatzleitung hätte jedoch nicht zu
der räumlcih engen Zusammenarbeit im Führungsfahrzeug der FF Bad Bramstedt geführt.
- Hubschrauber (besonders der TV-Medien) schwebten zeitweilig über
der Einsatzstelle und erschwerten durch Fluglärm die Kommunikation ganz
erheblich.
- Bei der Verarbeitung des Erlebten durch die Feuerwehrkameraden
selbst waren ein Psychologe und ein Oberamtsrat (BOAR) der Landesferuwehrschule
Hamburg behilflich. Der am Einsatzort anwesende Oberbranddirektor der BF
Hamburg, Dipl.-Ing. Dieter Farrenkopf bot unaufgefordert diese Hilfe an. Die
vorgenannten Fachleute der LFS haben in persönlichen Gesprächen zur
Aufarbeitung des Geschehens einen wesentlichen Beitrag geleistet. Dabei wurde
auch berücksichtigt, daß die Lebensgefährtin des stellv. Gemeindewehrführers
der FF Bad Bramstedt (Verfasser dieses Artikels) schwer verletzt von seinen
Kameraden gerettet wurde. Er selbst befand sich zu dieser Zeit noch auf dem Weg
von seiner Arbeitsstelle in Hamburg, zur Unglücksstelle.
Unfallursache:
Der aus Bad Bramstedt kommende Triebwagenführer ist weitergefahren,
ohne die verreinbarte Kreuzung mit dem Gegenzug abzuwarten und ohne eine
Auskunftsmeldung zu geben oder eine Genehmigung für die Weiterfahrt einzuholen.
Die später aufkommende Selbstmordabsicht eines Zugführers muß wohl als
"niveaulose Spekulation" angesehen werden.
|
Die Männer von der Freiwilligen Feuerwehr Bad
Bramstedt. Auszug aus der BILD Hamburg, Sa. 01. Okt. 1994 |
Verfasser:
Dipl.-Ing. Hartmuth Schlapkohl
Hauptbrandmeister
Stellv. Gemeindewehrführer
Freiw. Feuerwehr Bad Bramstedt
Quelle:
Bericht von Uwe Philipsen
Hauptbrandmeister
Leiter 1. TEL - KFV-SE
Freiw. Feuerwehr Bad Bramstedt
Protokoll der Rettungsleitstelle
des Kreises Segeberg